FAQ

Antworten auf häufig gestellte Fragen



Immer wieder werden Bengalzüchtern bestimmte Fragen gestellt, die Interessierten an dieser Rasse unter den Nägeln brennen. Die häufigsten Fragen und ihre Antworten haben wir in diesem Kapitel zusammengestellt.

Sind Bengalen wild?
Die Bengalkatze, wie wir sie in diesem Buch beschreiben, ist mindestens vier Generationen von der Wildkreuzung entfernt. Ab dieser Generation werden Bengalen als voll domestiziert angesehen, können wie andere Katzen gehalten und auf Ausstellungen präsentiert werden.
Für den Charakter jeder Katze ist der Zeitraum der Sozialisation während der Aufzucht beim Züchter von großer Bedeutung. Bengalkitten, die ausschließlich im Außengehege und ohne richtigen Familienanschluss groß werden, bleiben mit hoher Wahrscheinlichkeit scheu.
Mit „wild“ assoziieren wohl viele Menschen das sehr lebhafte Temperament der Bengalen. Diese Katzen lieben es zu rennen, zu toben und unermüdlich zu spielen. Dies hat allerdings nichts mit „wild“ im Sinne von aggressiv, scheu oder gar zerstörerisch zu tun.

Kann man Bengalen ganz normal in der Wohnung oder im Haus halten?
Ja, denn Bengalen bilden auch hier keine Ausnahme. Selbstverständlich lieben sie die frische Luft, und wenn sie beim Züchter an ein Außengehege oder einen gesicherten Balkon gewöhnt waren, würden sie das Fehlen einer solchen Einrichtung im neuen Zuhause bestimmt vermissen.

Kann man als „Katzenanfänger“ überhaupt Bengalen halten?
Diese Rasse hat sehr viel Temperament. Ist man sich dessen bewusst und darauf eingestellt, kann man auch als „Anfänger“ an solch einem Tier viel Freude haben.

Verstehen sich Bengalkatzen mit Hunden?
Generell verstehen sich Bengalen gut mit Hunden. Entscheidet man sich für ein Kitten und ein Hund ist bereits Teil der Familie, wird sich das Katzenkind in aller Regel schnell an den vierbeinigen Mitbewohner gewöhnen. Gleiches gilt, für den zeitgleichen Kauf von Kitten und Welpen.

Wie groß werden Bengalen?
Viele Menschen denken, dass Bengalen ähnlich groß wie Savannahs werden, die auch mal Kniehöhe erreichen können. Dem ist nicht so. Bengalen sind etwa so groß wie gewöhnliche Hauskatzen. Ihr Körper ist etwas länger und muskulöser. Kater sind in der Regel größer als Katzen.

Wie schwer werden Bengalen?
Das durchschnittliche Gewicht liegt bei Kätzinnen etwa bei 4 kg. Kater wiegen meist 5 bis 7 kg. In der TICA gehören die Bengalen zu den schwereren Rassen.

Kann man Bengalkatzen als Einzelkatze halten?
Da Bengalen sehr gesellige und soziale Katzen sind, ist es zu empfehlen, sie mindestens zu zweit zu halten. Ein Mensch, und möge er noch so viel Zeit zur Verfügung haben, kann ihrem Spieltrieb und Bewegungsdrang nie ganz gerecht werden. Deshalb geben die meisten Züchter ihre Kitten nur in Katzengesellschaft ab. (Mehr dazu ab Seite xxx)

Sind Kater verschmuster als Katzen?
Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Kater sind oftmals verschmuster als Kätzinnen. Es gibt jedoch genauso anhängliche und verschmuste Katzen.
Meist ist es jedoch so, dass Kater offener und anhänglicher zu „jedermann“ sind, während Katzen oft ihre feste Bezugsperson haben. Dies zeigt sich besonders deutlich, wenn Besuch kommt.

Was ist bei der Auswahl von Geschwistern als Liebhabertiere sinnvoller: Kater und Katze, Katze und Katze oder Kater und Kater?
Bei kastrierten Geschwistern spielt das Geschlecht grundsätzlich keine Rolle. Alle Kombinationen sind möglich.

Sind Bengalen für Allergiker geeignet?
Man hört und liest immer wieder, dass Bengalkatzen für Allergiker geeignet seien. So pauschal und einfach ist die Sache nicht und ist als generelle Aussage ein Gerücht und schlichtweg falsch!
Bengalen verlieren, wegen der nur spärlich vorhandenen Unterwolle, weniger Haare als andere Rassen. Das erklärt, weshalb einige Allergiker nicht auf diese Rasse reagieren. Es kommt zudem vor, dass sich Allergiker durch den Kontakt zu Katzen desensibilisieren und mit der Zeit nicht mehr auf die Stubentiger reagieren. Eine Garantie dafür gibt es aber keinesfalls!
Sollten Sie eine Katzenallergie haben, besprechen Sie dies mit dem Züchter Ihrer Wahl. Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Besuch in der Zucht, um herauszufinden, wie es Ihnen dabei ergeht.

Was kostet eine Bengal?
Für ein gesundes und gut sozialisiertes Bengalkitten aus einer seriösen Zucht sind in Deutschland, der Schweiz und Österreich folgende Preise üblich (Stand: 2011):
Liebhabertier: 1000–1500 Euro
Zuchttier: 1500–2000 Euro
Ausstellungstier (Show/Breeder): 2000–3000 Euro
Sie sollten hellhörig werden, wenn Sie ein Kitten deutlich unterhalb dieser Preise angeboten bekommen. Meistens wird in solchen Fällen bei der Aufzucht der Kleinen gespart, was sich nicht selten später rächt.

Kann man Bengalen mit anderen Katzen zusammen halten?
Sucht man nach einem geeigneten Spielpartner für seine Bengal, so sollte man darauf achten, dass sich die beiden Katzen hinsichtlich Charakter und Temperament möglichst stark ähneln, damit weder die Bengal unterfordert noch die andere Katze überfordert wird. Zwei Bengalen beziehungsweise ein Geschwisterpaar ist natürlich die Optimallösung. Allerdings kann man als Zweitkatze auch eine gewöhnliche Hauskatze oder eine andere Rassekatze in Betracht ziehen. Die Kombination mit Abessiniern, Russisch Blau, Siam und Singapura hat sich bereits sehr bewährt und scheint uns eine gute Wahl.
Bengalen als Freigänger?Katzen im Allgemeinen und Bengalen im Besonderen lieben es, draußen allerhand Aufregendes und Interessantes zu entdecken. Allerdings lauern dort auch zahlreiche Gefahren und nicht selten wird ihre Neugierde ihnen zum Verhängnis. Sie können dem Straßenverkehr zum Opfer fallen, von fremden Menschen entwendet oder von anderen Katzen, trotz Impfung, mit gefährlichen Krankheitserregern angesteckt werden. Wissenschaftliche Langzeitstudien beweisen, dass Freigänger im urbanen Umfeld eine deutlich verminderte Lebenserwartung haben, nämlich lediglich drei bis fünf Jahre. Vor- und Nachteile des Freigangs sind daher sorgfältig abzuwägen, und wir empfehlen, wenn immer möglich, einen gesicherten Auslauf, zum Beispiel in Form eines Freigeheges.

Brauchen Bengalen besonderes Futter?
Bengalen brauchen kein besonderes Futter. Wie bei jeder anderen Katze auch, sollte man allerdings darauf achten, nur hochwertiges Futter zu verabreichen. Fertigfutter von Billiganbietern ist oft ungeeignet, weil es zum Beispiel zu viel Getreide und Zucker enthält. Tipps zur artgerechten Fütterung erhalten Sie auch beim seriösen Züchter oder in geeigneter Literatur.

Brauchen Bengalen besondere Pflege?
Grundsätzlich brauchen Bengalen keine spezielle Pflege. Dank ihres kurzen Fells verlieren sie außer in der Fellwechselzeit im Frühjahr kaum Haare. Viele Bengalen lieben es jedoch, mit einer weichen Bürste gekämmt zu werden.

Bengalen und Kinder – geht das?
Ja, im Allgemeinen geht das sehr gut. Selbstverständlich muss man den Kindern erklären, dass jede Katze zu bestimmten Zeiten einfach ihre Ruhe haben möchte. Wird dies respektiert, können Kinder und Bengalen ihre Leben gegenseitig bereichern.

Wie bemerke ich, dass meine Katze geschlechtsreif wird?
Die meisten Katzen werden im Alter von zehn bis zwölf Monaten geschlechtsreif und rollen zum ersten Mal. Spätestens dann sollte eine Katze, die als Liebhabertier gehalten wird und nicht für die Zucht vorgesehen ist, kastriert werden, denn während der Rolligkeit wird sie mit großer Ausdauer lautstark nach einem Kater schreien. Zudem wird sie sich vermehrt an Gegenständen reiben und immer wieder die „Paarungsstellung“ einnehmen, indem sie den Körper flach über dem Boden hält und ihr Hinterteil herausfordernd in die Höhe streckt. Oft markieren rollige Weibchen ihr Revier mit Urin, um so einen Partner anzulocken. Der weibliche Urin stinkt zwar nicht so penetrant wie jener der Kater, dennoch ist diese Art des Markierens in einer Wohnung sehr unangenehm.
In der Regel dauert die Rolligkeit etwa eine Woche. Manche Katzen werden bereits nach zwei bis drei Wochen wieder rollig. Man sollte dies genau beobachten, denn eine Dauerrolligkeit ist für die Katze gefährlich (Gebärmutterentzündung oder Gebärmuttervereiterung) und sollte unter allen Umständen vermieden werden, sei es durch eine Deckung oder durch Verabreichung eines Verhütungsmittels (Pille oder Implantat).

Darf ich mit meiner Liebhaberkatze einmal einen Wurf machen?
Im Kaufvertrag wird vereinbart, dass ein Liebhabertier kastriert und nicht zur Zucht verwendet werden soll. Falls Sie einen solchen Vertrag unterschrieben haben, dürfen Sie Ihre Katze selbstverständlich nicht decken lassen. Auch sonst raten wir grundsätzlich davon ab. Die Freude und der finanzielle Ertrag stehen in keinem Verhältnis zum Aufwand und zu den Risiken. So sind bei der künftigen Zuchtkatze zunächst etliche Gesundheitstests notwendig, dann müssen ein geeigneter Kater gefunden, ein Zwingername registriert und zu Hause eine geeignete Infrastruktur mit Wurfkiste, Aufzuchtzelt, Notfallmedikamenten und so weiter geschaffen werden. Um Käufer für die Kleinen zu finden, muss man eine geeignete Werbeplattform finden. Gerade bei Erstgebärenden kann es zu Komplikationen bei der Geburt oder der Aufzucht der Kitten kommen.
Seriöses Züchten heisst nicht, einfach eine Katze mit einem Kater zu verpaaren und dann auf die Jungtiere zu warten. Man sollte das Züchten lieber jenen Personen überlassen, die sich dieser Aufgabe mit viel Fachwissen, Leidenschaft und Herzblut verschrieben haben.

Was muss man bei der Verpaarung beachten?
Idealerweise hilft Ihnen der Züchter, einen geeigneten Kater zu finden. Falls möglich, bringen Sie Ihre Katze am dritten Tag der Rolligkeit zum Kater. Ein erfahrener Kater wird relativ schnell beginnen, seine neue Partnerin zu bezirzen: Er wird aufgeregt gurren, um sie herumtänzeln und er wird immer wieder sein Revier markieren. Häufig sind die Katzen im ersten Moment nicht paarungswillig. Dies ändert sich jedoch meist innerhalb weniger Stunden.
Erst wenn das Weibchen Bereitschaft zeigt, kann die Paarung stattfinden. Der Kater packt die Katze am Nacken, um sie festzuhalten und sich gleichzeitig zu schützen. Der eigentliche Deckakt ist recht kurz. Danach schüttelt die Katze ihren Partner recht unsanft ab. Der Geschlechtsakt ist für eine Katze ziemlich schmerzhaft. Eine Katze sollte nicht länger als fünf Tage gedeckt werden und in den drei darauffolgenden Wochen nicht mit anderen Katern zusammen sein.

Worauf muss ich während der Trächtigkeit meiner Katze achten?
Die Trächtigkeit einer Bengal dauert zwischen 63 und 67 Tagen. Etwa drei Wochen nach dem Deckungsakt verfärben sich die Zitzen. Sie werden intensiv rosa. Dies ist meist das erste Anzeichen einer Trächtigkeit. Im fortgeschrittenen Stadium werden die Zitzen auch größer und das Fell um den Vorhof verringert sich.
Besonders während der Trächtigkeit sollte auf hochwertiges und ausgewogenes Futter geachtet werden. Die Katze darf in dieser Zeit nicht geimpft werden und auch nur im Notfall Medikamente verabreicht bekommen.
Wenn Sie noch nie Kitten aufgezogen haben, ist es ratsam, sich vor dem Geburtstermin mit dem Tierarzt in Verbindung zu setzen und Rat bei einem erfahrenen Züchter zu holen.